Aphorismen


Jeder sucht seinen Weg und übersieht, dass bereits diese Suche Teil seines Weges ist.

Leere täglich deine Schale und zerbrich sie dann

Wer sagt, er sei ein Träumer, ist ein Nichtträumer.
Wer sagt, er sei gerecht, ist ungerecht.
Wer sagt, er sei gefühlvoll, ist gefühlsarm.
Wer sagt, er sei Realist, ist unrealistisch.
Wer sagt, er sei traurig, ist nicht traurig.
Wer sagt, er sei sensibel, ist nicht sensibel.
Wer sagt, er sei froh, ist nicht froh.
Wer kann da noch von einem Selbst sprechen?

Wenn jeder Mensch etwas besonderes ist, sind alle besonders. Das macht das Wort “besonders” im Bezug auf den Menschen überflüssig. Des Menschen Einzigartigkeit ist nicht seine Besonderheit, sein Indidivualismus oder seine Mühe, sich von anderen abgrenzen zu wollen. Vielmehr ist es der Weg des eigenen Schicksals, welches es zu erfüllen gilt, und das als Teil eines großen Ganzen. Daran ist aber nichts Besonderes.

Es wird Realität werden, was schon Realität ist.

Die Gedanken von heute sind die Realität von morgen.

Letzten Endes bastelt ein jeder seine Wirklichkeit selber. Es kommt nur darauf an, keinen anderen mit der eigenen Wirklichkeit zu belästigen.

Vorstellungen sind nichts weiter als verzögerte Ent-Täuschungen.

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen - man darf nicht vergessen, dass die Glaswände vor der Außenwelt schützen.

Letztlich ist doch eine Revolution nur der Austausch von Marionetten; die Fäden bleiben die gleichen.

Die Kunst besteht nicht darin, so zu leben, dass andere auf dich aufmerksam werden, sondern sie besteht darin, so zu leben, dass andere durch dich auf sich selbst aufmerksam werden.

Es spielt keine Rolle, welchen Weg du gehst, ob du den des Reichen gehst, des Armen, des Dummen, des Gebildeten, des Studenten, des Verkäufers, des Dichters, des Malers, des Gärnters oder des Schülers - Hauptsache, du gehst ihn bis zum Ende und siehst ab und zu nach rechts und links.
Eine Entscheidung steht schon vor dem Zeitpunkt der bewussten Wahl fest.

Bewusstes Denken ist aktives Tun, es ist Arbeit - schwere Arbeit. Der Unterschied zu anderen Formen der Arbeit ist der, dass man keine Schichten und keine festen Arbeitszeiten hat. Wer Pech hat und tatsächlich denken kann, der ist rund um die Uhr beschäftigt und hat niemals Urlaub.

Am Bücherschrank zeigt sich das Leben eines Menschen.

Wem das eigene kulturelle Erbe entgleitet, der kann es an nachfolgende Generationen nicht weitergeben und begeht damit ein intellektuelles Verbrechen.

Das Problem unserer Gesellschaft besteht darin, dass jeder glaubt, er könne etwas ändern, indem er irgendeinen Knopf drückt.

Leuchtet die Motorlampe, hält man sofort den Wagen an, um nachzusehen, was mit dem Auto los ist. Zeigt der Computer eine Fehlermeldung, verbringt man den ganzen Tag damit, den Fehler zu suchen und das Problem zu lösen. Aber wenn am eigenen Körper immer wieder ein Schmerz auftaucht, vertröstet man sich und denkt sich: so schlimm ist es nicht.

Die Moral ist das Stiefkind des Teufels. 

Man kann als Mensch zweimal im Leben siegen. Der erste Sieg ist das Eingeständnis der eigenen Niederlage; der zweite Sieg ist das ganze Leben danach.
Warum der Mensch nur immer nach Freiheit sucht. Seht euch den Hund an, wie er sich freut, wenn er nur die Leine sieht. 
Ein Schüler trat zu seinem Meister: "Herr, wie hälst du es mit der menschlichen Freiheit?"
Da erwiderte der Meister: "Geh in den Wald und hole mir etwas Holz."
Der Schüler ging in den Wald, sammelte etwas Holz und kam zu dem Meister zurück.
Dieser empfing ihn mit folgenden Worten: "Hat das Holz entschieden, hier zu sein oder jemand anders?"
Der Schüler antwortete: "Ich war es, ich habe das Holz auserwählt und zu dir gebracht."
-"Und wer denkst du, hat dich zu mir gebracht?"
Wissenschaft ist Religion mit anderen Mitteln. 



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