Donnerstag, 16. August 2018

Ich würde alles für die Liebe tun


Ich würde alles für die Liebe tun,
direkt in die Hölle laufen und zurück,
alles für die Liebe tun,
denn was Gott verschenkt,
ist umso vieles größer als
was der Mensch zu verstehen glaubt,
doch ich werde es nicht tun.
Ich werde es nicht tun.
Ich würde alles für die Liebe tun,
aber ich tue es nicht.
An manchen Tagen fällt es schwer,
an manchen leicht,
manchmal geht gar nichts
und dann sind da die Momente, die nie enden,
selbst die größte Entfernung
ändert nichts,
denn du bist da.
In manchen Nächten atme ich unser Feuer,
in anderen bin ich aus Eis geschnitzt,
manche Nächste sind so, wie ich sie noch nie erlebt habe
und wie ich sie nie wieder erleben werde.
Vielleicht bin ich verrückt,
denn tief im Herzen weiß ich,
dass wir einander gehören
und kein Gesetz der Welt daran etwas zu verändern mag,
wir beide sind in der Ewigkeit vereint.
Solange wollte ich dies nicht sehen,
wenn auch immer wieder Tage und Nächte kamen,
die es mir zeigten,
ich wollte es nicht.
Ich konnte es nicht.
Die Stimme in mir wurde lauter,
und je lauter sie wurde,
desto mehr baute ich um mich herum auf,
angetrieben davon, nicht mehr hören zu müssen,
doch die Stimme war stets da.
Solange sich die Planeten noch drehen,
die Sterne noch scheinen,
solange Träume noch wahr werden,
glaube ja daran,
glaube, dass ich alles für die Liebe tun würde,
denn ich bleibe bis zum Schluss.
Ich habe einen Pakt besiegelt,
ohne dass ich diesen je geschrieben hätte,
er war da,
und damit alles so klar.
Und ich würde mir nie verzeihen,
würden wir nicht bis zum Letzten gehen.
Manchmal bete ich für Stille,
manchmal bete ich für die Seele,
manchmal bete ich für Mut.
Und dann gibt es Tage, wo ich dieses Gefühl verliere,
und in manchen Nächten verliere ich die Kontrolle,
wenn ich dich im Regen tanzen sehe
und weiß:
Ich würde alles für die Liebe tun,
aber ich werde es nicht tun.
Vielleicht bin ich einsam,
vielleicht bist du es auch,
vielleicht bist du gerade zu zweit allein,
vielleicht glaubst du dich in Sicherheit,
vielleicht hast du Angst
vor der Nacktheit,
vor der Berührung,
vielleicht willst du all das gar nicht,
doch dann wärst du nicht da, wo du bist.
Glaube mir, Baby,
du bist schon längst nicht mehr am Abgrund,
sondern schon im Sturzflug
und ich will nur, dass
du alleine nach oben fliegen kannst,
damit du jene Bodenhaftung verlierst,
die dich vor dem Himmel bremst.
Das einzige Versprechen, was ich halten kann:
Ich bin bei dir,
außerhalb von Raum,
außerhalb von Zeit.
Deshalb würde ich alles für die Liebe tun,
aber ich werde es nicht tun.
Solange die Räder noch drehen,
die Feuer brennen,
das Eis schmilzt,
solange deine Gebete wahr werden,
glaube daran.
Glaube mir, dass ich alles für die Liebe tun würde,
und du weißt, dass es wahr ist.
Du weißt es einfach.
Auf sich selbst zurückgeworfen, das ist hart,
sich selber sehen, ohne Schminke,
ohne Kleidung, ohne Beruf,
ohne Geld, ohne Wohnung,
ohne Auto, ohne Familie,
ohne Freunde,
ja, das ist hart,
doch erst wenn der Weg frei ist,
will ich bei dir sein,
damit die kostbare Ehrlichkeit
weiter wachsen darf
und wir uns nicht an Gott versündigen,
sondern sein Geschenk annehmen dürfen.
Ich würde alles für die Liebe tun,
aber ich werde es nicht tun.
Nein, nein, nein,
ich werde es nicht tun.
Alles wovon wir geträumt haben,
ich werde es nicht tun,
denn ich habe Angst,
dich zu zerbrechen
und mir dabei Wunden beizufügen.
Deshalb würde ich alles für die Liebe tun,
aber ich werde es nicht tun.
Ich weiß, dass wir uns immer nahe sein werden
und keine Frau und kein Mann können daran etwas ändern,
denn was ans Herz gelangen soll,
muss vom Herzen kommen.
Ich will nicht neben einer anderen einschlafen
und wo du heute schläfst,
das ist deine Welt.
Sage mir: Bist du in ihr glücklich?
Ich würde alles für die Liebe tun,
aber ich werde es nicht tun.
Bei dir kann ich fallen,
ohne dass ich fallen müsste,
bei dir bin ich ehrlich,
ohne dass ich ehrlich sein müsste,
bei dir spüre ich das Göttliche,
ohne dass ich göttlich sein müsste.
„Wirst du mir helfen?“
„Wirst du mich gleich aus der gottverdammten Stadt bringen?“
„Wirst du mich mit deiner alten Karre abholen?“
- Ich kann das.
„Wirst du mich fest in deine Arme nehmen?“
„Wirst du Farbe in mein Leben bringen?“
„Ich habe das Schwarz-Weiß so elendig satt.“
„Kannst du mich weniger alt machen?“
- Ich kann das.
Oh ja, ich kann das,
denn miteinander wird alles von allein geschehen,
dann lassen wir Gott in uns hinein,
dann dürfen wir aus seiner Liebe kosten.
Vielleicht spürst du, dass es Zeit ist, seines Weges zu ziehen,
dann will ich nicht dein Wegweiser sein.
Vielleicht spürst du, dass es Zeit ist,
dann will ich nicht deine Uhr sein.
Alles, was du kennst, würde zu Staub zerfallen,
würde herniederbrechen
wie die Posaunen von Jericho,
das kann ich dir nicht antun.
Früher oder später wird es geschehen.
Dann werde ich alles für die Liebe tun.
Dann wirst du sehen,
dass es nie einen Abgrund gab,
sondern nur die Täuschung einer Klippe.
Ich will nicht deine Welt zerstören,
die auf tausend Streichhölzern mühsam du errichtet hast,
die vielleicht genau das ist, was du brauchst,
diese Welt, die nie die meinige sein könnte,
weil sie verkehrtherum errichtet wurde.
Doch eines weiß ich:
Ich trage dich fest in meinem Herzen
und weiß, dass unsere Welt ein Königreich nicht von dieser Welt ist
und wir uns berühren, ohne uns anzufassen.
Und dann denke ich an jene Nächte,
in denen wir uns nackt sahen
und einander erkannten
und uns ehrlich küssten,
doch aus Erinnerung erwächst keine Liebe,
deshalb würde ich alles für die Liebe tun,
aber ich werde es nicht tun.
Im Hier und Jetzt, da fühl ich dich,
als hättest du einen Samen der Pflanze der Ewigkeit in mich gepflanzt,
der endlich sprießen darf,
weil ich im Licht wandle
und die Schatten verworfen habe.
Ich würde alles für die Liebe tun,
doch du brauchst (noch) deine Welt.
Deshalb sei dir gewiss:
Ich werde es nicht tun,
denn alles hat seine Zeit.
Nie konnte ich eine andere Frau berühren so wie dich,
nie konnte ich mit einer anderen Frau reden so wie mit dir,
nie konnte ich eine andere Frau küssen so wie dich,
nie konnte ich mit einer anderen Frau beten wie mit dir,
nie konnte ich mich so fallen lassen wie bei dir,
nie werde ich es je können,
denn all die Versuche wären nur Erbärmlichkeiten aus Betrug und Ersatz,
alles dem Verfall preisgegeben.
Wenn du mir sagst, dass es dir auch so geht,
dann frage ich: Worauf wartest du?
Doch ich werde es nicht tun,
ich will dir keine Fragen stellen,
ich will dich nicht entführen,
ich will dich nicht mit Erwartungen erpressen,
ich will dich nicht kaputt machen mit
einem Ego,
das überhaupt nicht verstehen kann,
was geschieht.
Deshalb würde ich alles für die Liebe tun,
aber ich werde es nicht tun.
Wenn du sagst, du brauchst Raufasertapete,
wenn du sagst, du brauchst Vermögen,
wenn du sagst, du brauchst einen Wecker,
wenn du sagst, du willst schon um zehn Uhr im Bett sein,
wenn du sagst, du willst Rentenpunkte sammeln,
wenn du sagst, du willst nicht auffallen,
wenn du sagst, du brauchst Bodenhaftung,
wenn du sagst, du brauchst nur noch die Erinnerung,
dann weißt du:
Ich würde alles für die Liebe tun,
aber ich werde es nicht tun.
Wenn du aber weißt, dass die Liebe dich ruft,
dann folge ihr,
und ich werde alles für die Liebe tun.

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