Montag, 8. August 2016

Waldes Einsamkeit


Wo Schmetterlinge zart und unbedacht auf Blumen tanzen,
wo alte Nadeln Wege schaffen, wo Winde hohe Wipfel peitschen,
wo süßer Tannenduft den Alltag bannt und Vögel munter ihre Liedlein pfeifen, da stehe ich in trüber Mannsgestalt.
Da bin ich einsam, leider nicht all-ein, bin einsam und bleibe es. „Kein Baum sieht den andern. Jeder ist allein.“ Die Stille des Waldes, so tief und eindringlich lädt sie ein zum Freudentanz.
Schwarzes Licht scheint durch die alten Tannen. Fernab ruft die Krähe, sieht voraus, was mich ereilen wird. Die Krähe schreit, der Heimatlose zieht umher, mitten im Wald, ist er auf einsamer Flur.
Der Wald, so dicht und fest, umschließt mich, schafft Raum durch Enge, gibt Freiheit durch Begrenzung. Er ist es, der zu mir wortlos spricht, keine Buchstaben oder Zahlen kennt. Hören kann ich ihn, verstehen nicht.
Im Wald, da ist man verlassen, ist gelassen, heiter und wohl auf. Auf Wanderschaft, deine Aura mich verführt, berührt – ich habe deinen Geruch so gern, deine zarten Lippen im Dickicht, deine Augen am Firmament. Die Krähe ruft, sie ruft mich heim. Im Wald, da bin ich zuhaus‘. In Waldes Einsamkeit steht mein Haus.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen