Mittwoch, 28. Januar 2015

Die Kunst des Schattenboxens als soziale Interaktion - Thesen zum Zweikampf



Das Wesen der Kampfkunst als soziale Interaktion zu begreifen, bedeutet, im Zweikampf das Soziale zu erkennen.

Dies wiederum heißt, das Soziale einer Bewegung zu erkennen.

„Bewegung“ meint physische wie psychische Regungen und Richtungswechsel.

Kampkunst als „soziale Bewegung“ erlaubt die Verlängerung von Reiz-Reaktions-Mechanismen beim Partner / Gegner.

Dadurch wird ganz im konstruktivistischen Sinne eine neue Dimension geöffnet, in der Raum und Zeit relativiert werden.

Sie sind keine scheinbaren objektiv-absoluten Phänomene, sondern wahrnehmungsabhängige Deutungsmuster.

Durch eigene Bewegungen kann also das Raum-Zeit-Gefüge des Partners / Gegners empfindlich gestört werden.

Während dieser zeitlich und räumlich bedingt noch im Rahmen konditionierter Muster einen Reiz verarbeiten muss, um DANACH reagieren zu können, kann man selbst schon längst agieren und Zeit und Raum des Partners / Gegners „krümmen“.

Während der Partner / Gegner durch seine reizgebundene Wahrnehmung und Deutung noch an der Vergangenheit anhaftet, ist man selbst „bereits“ in der Gegenwart und kann frei von den gegnerischen Einflüssen interagieren.

Dies entspricht ungefähr einem Experiment, in welchem für den Partner / Gegner die Zeit angehalten wird und alles still stellt, während man sich selbst in diesem Moment der „Zeitstille“ bewegen kann. Wird die Zeit dann fortgesetzt und hat man während der „Zeitstille“ eine Bewegung getätigt, wird es für den Partner / Gegner wie eine raum- und zeitunabhängige Bewegung, ja fast schon wie Magie, wirken.

Dies ist die Kunst des Schattenboxens: Durch das Präsent-Sein im Augenblick, ist man „bereits da“. Der Partner / Gegner kriegt nur noch den raum-zeit-bedingten Schatten zu greifen. Umgekehrt kann man schon dort sein, wo der andere erst hin will und so zum „vorhergehenden“ Schatten des Partners / Gegners werden.

Dies setzt das rechtzeitige Erkennen sozialer Muster und daraus folgender Entscheidungen voraus, was auch einem Reiz-Reaktions-Schema entspricht.

Durch das rechtzeitige Erkennen der Absichten des Partners / Gegners können Reize initiiert werden, die bestimmte (konditionierte) Handlungen beim Partner / Gegner suggerieren. Er wird zum Opfer seiner eigenen Gewohnheiten.

Montag, 5. Januar 2015

Der Tod





Andreas Barth  / pixelio.de

Fühlst du seine Stärke?
Siehst du seine Kälte?
Riechst du seine Verwesung?
Schmeckst du sein Geschenk?

Tod heißt Abschied,
Abschied heißt, sich verlassen,
Sich verlassen, heißt vertrauen,
Vertrauen heißt Gewinn.

Spürst du seinen Reichtum?
Hörst du seinen Ruf?
Willst du dich verlassen und ihm folgen,
Oder willst du verlassen werden?