Sonntag, 28. September 2014

Totennähe



Sie leben in Häusern,
besuchen Geschäfte,
reden miteinander
und gehen zur Arbeit.

Sie vergessen ihren Atem,
vernachlässigen die Seele,
schreien nicht nach Freiheit,
verdammen in der Finsternis.

Drum:
Wie tot sind uns manche, die leben!


Sie liegen in finstren Särgen,
in Mausoleen sind sie zuhaus,
ruhen im Frieden,
kalt und starr ihr Körper.

Vergessen ist nicht ihr Ruhm,
verwelkt ist nicht ihr Werk,
sie leben unter uns,
geben uns Kraft.

Drum:
Wie nah sind uns doch manch Tote!