Sonntag, 31. August 2014

Wasserleiche





S. Thomas  / pixelio.de

Hin und her im trüben Meer,
gefangen unter Wellen,
kraftlos und so furchtbar leer,
muss ich mich dem Dunkel stellen.

Bewaffnet bin ich nicht,
trage weder Hemd noch Kleid,
nur Trauer im Gesicht
und im Herzen Leid.

Immer tiefer fällt mein Leib,
das Wasser drückt auf meine Lungen,
ich weiß, dass ich alleine bleib,
vom großen Meer verschlungen.

Ferner wird das Licht,
in Finsternis tauch ich ein,
verliere meine Sicht
und traure um mein Sein.

Wo treibe ich bloß hin?
Wie tief will ich noch?
Wo ist denn da der Sinn?
Ist das alles bloß ein Endlos-Loch?

Gott ist fern,
ihr fremden Götter auch,
euch hab ich alle gern,
brauche euren Lebenshauch.

Am Grund angelangt,
die Lippen sind bleich,
habe umsonst gebangt
und ende als Leich‘.

Dienstag, 5. August 2014

Zu spät!


Er sah zu ihr hinüber
- immer wieder, immer tiefer.
Er sah zu ihr hinüber
- Sie? Sie war vorüber!

Er sah ihr hinterher
- immer wieder, immer tiefer.
Er sah ihr hinterher
- Sie? Sie war nicht mehr!

Er sah zu ihr nach vorn
- immer wieder, immer tiefer.
Er sah zu ihr nach vorn.
- Sie? Sie war entkomm‘!