Montag, 3. März 2014

Hältst du mein Herz?


Bild: Jörg Brinckheger  / pixelio.de




Sag, hältst du mein Herz?

Sprich doch zu mir – Hast du es in deinen Händen?

Ich kann dich nicht sehen, vermisse mein Herz.

Wo ist es bloß? Sag, hältst du es?



Begegne mir, komm endlich her und gib mir mein Herz zurück.

Ich brauch es so sehr – will doch leben und nicht sterben.

Sag, hältst du es überhaupt? Gib mir Antwort! Ich rufe nach dir.

Hörst du mich? Ach, was frag ich bloß – wen frag ich bloß?



Mein Herz war sicher in meiner Brust, versteckt unter den Rippen.

- Eintritt nicht für Jedermann. So dachte ich … jemand hat es mir gestohlen,

meinen Brustkorb aufgerissen, das Herz entnommen und ein Loch zurückgelassen.

Sag, hältst du es in deinen Händen? Hast du es gefunden? Ich suche es schon lange.



Vielleicht ist es längst zerbrochen, zertreten, entsorgt und vergessen?

Kannst du meine Hand nehmen, mich zu dir nehmen? Ich will doch bloß mein Herz zurück.

Trauern kann ich nicht ohne Herz, Freude fehlt mir ohne diesen Muskel.

Wie konnte man es mir nur stehlen? War ich so unvorsichtig?



Ohne meinen Blutmuskel kann ich nicht entscheiden, kann nicht spüren.

– Weiß nicht um Recht und Unrecht, um Wille und Vernunft.

„Dein Herz ist da, wo dein Schatz ist“ – Sag, hältst du es in deinen Händen?

Fragen über Fragen, Unsicherheiten – Zerrissenheit. Mein Herz, so erhöre mich doch endlich.



Die Zeit wird knapp, die Uhr, sie läuft rückwärts. Ich bleib stehen, will doch aber vorwärts.

Bald müssen Entscheidungen getroffen werden. Ich brauche meinen Berater, Ratgeber und Diplomaten, meinen besten Freund, meinen Vertrauten, meinen Anwalt und Fürsprecher.

Sag, hältst du ihn in deinen Händen?